Big 5 for Life: Beispiele, warum sie oft nicht gelebt werden

Eigentlich wollte ich meine Masterarbeit schreiben. Nach über zehn Jahren Studium. Neben dem Beruf. Jetzt endlich fertig werden. Stattdessen schreibe ich ein Buch:
Nicht jetzt – zwischen Monkey Mind und Stille.
Es geht darum, wie sich Meditation wirklich anfühlt. Nicht von außen. Sondern mittendrin. Beim Yoga. An der Supermarktkasse. Zwischen zwei Atemzügen. Und während ich das schreibe, merke ich: Ich bin im Flow. Es fühlt sich richtig an. Klar. Leicht. Fast selbstverständlich. Und gleichzeitig ist da etwas anderes. Eine leise Unruhe. Weil ich genau weiß, was ich eigentlich gerade tun wollte. Vielleicht ist das kein Widerspruch. Vielleicht ist es genau der Punkt. Dass wir oft sehr genau wissen, was uns wichtig ist. Und trotzdem etwas anderes tun.
Die Idee der „Big 5“
Vielleicht kennst du dieses Konzept. Die „Big 5 for Life“. Fünf Dinge, die dein Leben ausmachen sollen. John Strelecky beschreibt in dem *Buch The Big Five For Life Dinge, von denen du am Ende sagen würdest: Dafür hat es sich gelohnt. Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, hatte ich sofort Bilder im Kopf.
Big 5 for Life Beispiele – was uns daran berührt
Vielleicht deshalb berühren uns Bücher wie Big 5 for Life. Weil sie etwas in uns ansprechen, das wir längst kennen, wie Erinnerungen.
Da ist dieser Wunsch, frei zu sein. Nicht im Sinne von „alles hinter sich lassen“. Sondern dieses Gefühl, den eigenen Tag wirklich selbst zu gestalten. Da ist die Vorstellung von Arbeit, die Sinn macht. Etwas, das nicht nur erledigt wird. Sondern sich stimmig anfühlt. Verlässliche Beziehungen. In denen du nicht funktionieren musst. Sondern einfach da sein kannst. Und immer wieder: Ruhe. Klarheit. Dieses leise Gefühl, bei dir selbst anzukommen.
Das sind ganz normale Ziele. Visionen, die viele Menschen haben. Ich denke, genau genau darin liegt ihre Kraft. Und gleichzeitig ihre Schwierigkeit. Denn während wir diese Dinge denken, passiert das Leben oft woanders. Im nächsten Griff zum Handy.
Im halben Zuhören. Im schnellen Reagieren, bevor überhaupt klar ist, was gerade da ist.
Die „Big 5“ wirken groß. Aber sie entstehen nicht im Großen. Sondern genau hier. In diesen unscheinbaren Momenten, die wir so leicht übergehen. Diese großen Fünf tauchen in unterschiedlichen Formen immer wieder auf. Auch im japanischen Kontext des Ikigai, das versucht, Sinn, Freude und Beitrag zu verbinden.
Warum uns die Bücher von John Strelecky erreichen
Hinter den „Big 5 for Life“ steht eine einfache Idee, die John Strelecky in seinen Büchern immer wieder beschreibt.
In *The Big Five for Life und *Das Café am Rande der Welt geht es im Kern um eine Frage: Wofür bist du hier? Die Antworten darauf wirken oft klar. Fast zu klar, weil sie etwas berühren, an das wir uns wieder erinnern dürfen.
Der Bruch – warum wir nicht leben, was wir längst wissen
Ich denke, dass das Problem nicht darin liegt, dass wir keine Ziele haben. Sondern darin, wie wir durch unseren Alltag gehen. Du kennst diese Momente. Du sitzt jemandem gegenüber. Er oder sie erzählt etwas. Und währenddessen formt sich in dir schon die Antwort. Du hörst zu. Aber nicht ganz. Oder du greifst zum Handy. Nur kurz. Ohne wirklichen Grund. Oder du reagierst schneller, als du eigentlich wolltest. Ein bisschen schärfer. Ein bisschen ungeduldiger. Nichts davon wirkt groß. Aber genau hier passiert etwas. Leise. Wir entfernen uns ein Stück von dem, was uns eigentlich wichtig ist. Nicht, weil wir es nicht wissen, weil wir es in diesen kleinen Momenten nicht leben. Und manchmal merken wir erst durch solche Beobachtungen,
wie sehr uns Themen wie Empathie oder Selbstreflexion im Alltag tatsächlich fehlen.
Die „Big 5 for Life“ scheitern selten an den großen Entscheidungen. Nicht daran, ob du kündigst. Oder auswanderst. Oder dein Leben komplett veränderst. Sie scheitern hier. Im Halben. Im Automatischen. Im Dazwischen. Und das ist das unangenehm zu sehen.
Vielleicht beginnt es woanders
Vielleicht liegt es nicht daran, dass wir uns mehr Ziele setzen müssen. Vielleicht beginnt es bei der Art, wie wir einen Moment wahrnehmen.
In meiner eigenen Praxis merke ich das immer wieder. Da ist ein Atemzug. Und für einen kurzen Moment geht es einfach nur ums Dasein, präsent sein, wirklich anwesend sein. Kein Ziel. Kein Plan. Kein „Ich sollte eigentlich“.
Und dann kommt der nächste Gedanke. Die Masterarbeit. Das Buch. Was noch zu tun ist, und ich sehe, wie schnell sich der Fokus verschiebt. Weg von dem, was gerade da ist. Hin zu dem, was als Nächstes kommt.
Ich denke, das ist das der eigentliche Unterschied. Nicht, ob wir wissen, was uns wichtig ist. Sondern ob wir uns selbst in diesem einen Moment wahrnehmen können, und noch einen Schritt weiter: ob wir es aushalten können. Still. Unaufgeregt. Ohne etwas daraus machen zu müssen. Dieses: Eigentlich will ich… aber ich tue… Vielleicht beginnt es bei der Fähigkeit, einen Schritt zurückzutreten, innezuhalten. Eine Art innere Vogelperspektive. Ich habe darüber ausführlicher in meinem Artikel zur Metareflexion geschrieben.
Vielleicht ist es einfacher als wir denken
Nach meiner Auffassung geht es gar nicht darum, die richtigen „Big 5“ zu finden. Oft wissen wir sie längst. Wenn du auch keine Liste hast, ist da meist ein leises Gefühl, was sich stimmig anfühlt. Was weit wird. Was ruhig wird, wenn du wirklich da bist. Und vielleicht scheitert es auch nicht an den großen Entscheidungen. Sondern daran, wie oft wir diesen Moment übergehen. Weil schon der nächste Gedanke da ist. Das Nächste, das wichtiger scheint. Vielleicht beginnt Veränderung genau dort. Nicht später. Nicht, wenn alles geklärt ist. Sondern hier. In diesem einen Moment, in dem du bemerkst, was gerade da ist. Und vielleicht ist genau das schon ein Anfang.
Für mich war mein Buch da, diese Geschichten in meinem Kopf wollten irgendwie raus. Und ich habe sie rausgelassen. Abends im Bett, um meinen Kopf leer zu bekommen. Es war eh meist zu spät, um noch zu arbeiten. Ich war im Flow. Vielleicht schreibe ich dazu noch einen Artikel.
Hier findest du mehr zu meinem Buch „Nicht jetzt!“.
Häufige Fragen zu den Big 5 for Life
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