Was passiert, wenn wir versuchen still zu sein

Über kurze Texte, Weißraum und das, was innen passiert, wenn wir meditieren
Meditation sieht von außen oft sehr still aus. Von innen ist sie erstaunlich lebendig. Gedanken kommen. Gefühle auch. Manchmal Geräusche, manchmal Erinnerungen, manchmal ein Telefonanruf von Mama — zumindest der Gedanke daran. Oder die großen Fragen des Lebens. Und manchmal auch nichts. Darüber gibt es kaum Bücher. Über das, was wirklich passiert — wenn wir versuchen, still zu sein. Also habe ich dieses geschrieben.
Dieser Artikel gehört zum spirituellen Blog auf BuddhasPfad.
Warum kurze Texte
Ich hätte ein Sachbuch schreiben können. Eine Einführung in Shamata. Eine Anleitung zur Achtsamkeit. Zehn Schritte zu mehr innerer Ruhe. Aber das wäre gelogen, weil sie etwas versprechen, das Meditation nicht ist: Linearität. Fortschritt. Einen Weg von A nach B.
Meditation passiert in Momenten. In der ersten Minute, in der man endlich sitzt — und sofort wieder aufstehen will. Im Atemzug, der sich plötzlich anders anfühlt als die hundert davor. Im Gedanken, der kommt, obwohl man doch eigentlich still sein wollte.
Ein langer Text über einen solchen Moment wäre zu groß für ihn. Er würde mehr erklären als zeigen. Kurze Texte sind nicht nur meine stilistische Entscheidung. Sie sind eine inhaltliche Notwendigkeit. Weil der Moment, um den es geht, nicht länger dauert.
Was Weißraum macht
Es gibt wenig Seiten in diesem Buch. Dafür viel Platz um die Texte drumherum. Es ist Verarbeitungszeit.
Wenn du einen kurzen Text liest und sofort weiterliest, dann hast du ihn gelesen, aber vielleicht nicht gespürt. Weißraum hält dich einen Moment lang an. Weil da plötzlich nichts mehr kommt, dem du folgen kannst.
Du bist allein mit dem, was gerade war. Das ist manchmal unbequem. Und manchmal ist es genau das, was gebraucht wird.
Ein Buch über Innehalten muss selbst innehalten lassen. Sonst lügt es.
Das Buch als Objekt
„Nicht jetzt!“ ist kein Buch, das von vorne nach hinten gelesen werden muss. Es hat keinen Anfang, der Bedingung für das Ende ist. Kein Kapitel das voraussetzt, dass du das davor kennst. Du kannst es aufschlagen, irgendwo. Einen Text lesen. Oder nur einen Satz. Vielleicht an der Supermarktkasse. Vielleicht abends im Bett. Und es wieder weglegen, wenn du möchtest. Das ist keine Bescheidenheit. Das ist eine Haltung.
Die meisten Bücher wollen von vorne gelesen werden. Sie bauen aufeinander auf. Sie haben eine These die sie beweisen. Dieses Buch hat keine These. Es hat Momente.
Wie diese Texte entstanden sind
Manche habe ich direkt nach dem Sitzen notiert. Noch bevor ich aufgestanden bin. Noch bevor der Alltag weiterging. Andere erst später als mir auffiel, was Monkey Mind währenddessen alles beschäftigt hatte. Was da eigentlich los gewesen war, während ich versucht habe, einfach nur zu atmen.
Und dann gibt es Texte, die aus Begegnungen entstanden sind. Aus dem, was Menschen mir in Begleitungen und in Gesprächen erzählt haben. Wie es sich anfühlt zu meditieren und gleichzeitig zu zweifeln. Wie es sich anfühlt, nicht anzukommen. Oder wenn Stille plötzlich da ist, ohne dass man sie gesucht hat.
Diese Geschichten haben sich mit meinen eigenen vermischt. Ich weiß manchmal selbst nicht mehr genau, was woher kommt.
Was ich sagen kann: Diese Texte könnten so passiert sein. Vielleicht dir. Vielleicht mir. Vielleicht jemandem, den wir beide kennen. Wenn du selbst meditierst, wirst du vieles wiedererkennen. Und wenn nicht, vielleicht einfach ein bisschen schmunzeln.
Worum es wirklich geht
Die Welt ist voll von Büchern, Apps und Tools, die erklären wie Meditation funktioniert. Dieses Buch tut das nicht. Es zeigt, was passiert wenn wir es tun. Monkey Mind der springt. Die Erinnerung die auftaucht. Der Moment der Ruhe der kommt und wieder geht. Der Zweifel ob das alles irgendetwas bringt. Und manchmal Monkey Mind der einfach still dasitzt. Das ist Meditation. Wie sie wirklich ist. Nicht wie sie aussieht, wenn jemand auf einem Kissen sitzt und entspannt wirkt. Sondern von innen. Lebhaft. Menschlich. Manchmal chaotisch. Und manchmal, für einen Moment, sehr still.
Was ein Buch kann, das ein Podcast nicht kann
Ich mache einen Podcast. Seit einer Weile. Regelmäßig. Im Podcast kann ich sprechen, pausieren, eine Stimmung erzeugen. Aber ein Podcast ist Bewegung. Er läuft. Er geht weiter. Er wartet nicht. Ein Buch wartet. Du kannst auf einer Seite bleiben. Du kannst zurückblättern. Du kannst innehalten, ohne dass jemand weiterspricht. Genau das ist auch Meditation: Eine Einladung. Keine Verpflichtung. Du kommst und du gehst, wann du willst.
Eine Einladung
„Nicht jetzt! Zwischen Monkey Mind und Stille“ erscheint am 18. Mai 2026 mit epubli im Selfpublishing unter meinem Imprint Samatara Media. Es ist ein Lese- und Liegebuch. Für den Nachttisch. Für zwischendurch. Es beginnt dort, wo du gerade bist. Es stellt keine Fragen und gibt keine Antworten. Es hält nur etwas offen. Und manchmal reicht das.
Du bist auf dem spirituellen Blog von BuddhasPfad. Hier geht es um Meditation als Praxis der Aufmerksamkeit und darum, was sich verändert, wenn du damit ernst machst.
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Wenn dich interessiert, was beim Meditieren wirklich passiert: Mein Buch Nicht jetzt! ist ab dem 18. Mai 2026 erhältlich und bereits vorbestellbar.
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Manchmal reicht ein neuer Blickwinkel, damit sich etwas verschiebt. Wenn dieser Impuls etwas in dir angestoßen hat, kannst du mir hier eine Tasse Tee dalassen.






