Effektive Selbstreflexion: Ein Beispiel mit der Freewriting-Methode
May 27, 2024
Gefangen im Alltag funktionieren wir oft, ohne dass wir bewusst in uns hineinfühlen. Und dann: zack! Plötzlich brechen Gefühle unkontrolliert heraus. Vielleicht kennst du das Gefühl, von Gedanken und Emotionen überwältigt zu sein, nicht weiterzuwissen oder einfach das Bedürfnis zu verspüren, Klarheit über dein Leben zu gewinnen. Selbstreflexion kann eine wertvolle Methode sein, um Kontakt mit deinem inneren Kompass aufzunehmen.
Was Selbstreflexion ist
Sich selbst zu reflektieren bedeutet, dass wir uns bewusst mit den eigenen Gedanken, Gefühlen und Handlungen auseinandersetzen. Es geht darum, innezuhalten und ehrlich zu hinterfragen, warum wir auf bestimmte Situationen so reagieren, wie wir es tun, welche Motive und Glaubenssätze hinter dem eigenen Verhalten stehen und welche Auswirkungen das auf unser eigenes Leben und die Mitmenschen hat.
Dieser Prozess ermöglicht es, mehr Klarheit über unsere eigenen Stärken, Schwächen und Werte zu gewinnen. Es ist ein wichtiger Schritt, um unser persönliches Wachstum zu fördern und bewusster im Alltag zu agieren.
Freewriting: Der Weg zur Selbsterkenntnis
Der amerikanische Professor und Schriftsteller Peter Elbow prägte den Begriff “Freewriting" für eine bestimmte Methode des Schreibens, bei der du für eine festgelegte Zeit ununterbrochen und ohne nachzudenken schreibst. Fehler, Stil und Struktur spielen dabei keine Rolle. Es geht darum, den Schreibfluss freizusetzen und den inneren Kritiker zu umgehen.
Du willst das Freewriting ausprobieren? Hier kannst du dir meine kostenlose Checkliste downloaden und sofort loslegen:
Die Kraft der Morgenseiten nach Julia Cameron
Julia Cameron baute auf dieser Idee auf und stellte in ihrem Buch „The Artist’s Way“ das Konzept der „Morgenseiten“ vor. Sie schlägt drei handschriftlich gefüllte Seiten, die direkt nach dem Aufstehen geschrieben werden, vor. Ziel ist es, kreative Blockaden zu überwinden und einen direkten Zugang zu deinen Gedanken und Gefühlen zu finden.
Beispiel Selbstreflexion mit Freewriting: Flexibel und individuell
Aber keine Sorge, es muss nicht immer morgens sein und es müssen auch nicht genau drei Seiten sein. Ob du nach Zeit 10, 15, 20 oder wie viel Minuten auch immer schreibst – die Hauptsache ist, dass du es tust. So verschieden wie die Menschen sind, so flexibel darfst du wählen, welche Methode für dich passt. Auch abends z.B. nach einem langen Tag kann Freewriting eine wunderbare Methode sein, um deine Gedanken zu ordnen und zu reflektieren, was du alles erlebt hast.
Die Vorteile des Freewritings
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Klarheit und Fokussierung: Indem du deine Gedanken zu Papier bringst, kannst du Klarheit über deine Anliegen, Sorgen und Wünsche gewinnen. Das regelmäßige Schreiben hilft dir, dich besser zu fokussieren und Prioritäten zu setzen.
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Stressabbau: Das Schreiben kann ein Ventil für angestaute Gefühle und ungesagte Worte sein. Indem du alles niederschreibst, was dich belastet, reduzierst du inneren Druck und Stress.
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Kreative Blockaden überwinden: Besonders für kreative Menschen ist es wichtig, den inneren Kritiker zu zähmen. Morgenseiten bieten den Raum, um frei und unzensiert zu schreiben, was hilfreich sein kann, kreative Blockaden zu überwinden.
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Selbsterkenntnis: Regelmäßiges Schreiben kann dir helfen, wiederkehrende Themen oder Muster in deinen Gedanken und Gefühlen zu erkennen. Diese Erkenntnisse sind der erste Schritt zur Veränderung und Weiterentwicklung.
Handschriftlich oder Tastatur: Welche Methode passt zu dir?
Beim Freewriting hast du die Wahl zwischen dem Schreiben per Hand und dem Schreiben an der Tastatur.
Beide Methoden haben ihre eigenen Vorteile:
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Handschriftliches Schreiben fördert die Verbindung zwischen Hand und Gehirn und verlangsamt den Denkprozess, was tiefergehende Reflexionen erleichtern kann. Der physische Akt des Schreibens kann sich beruhigend anfühlen und dir helfen, dich besser zu konzentrieren.
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Tastenschreiben: Es geht oft schneller und kann fließender sein, besonders wenn du viele Gedanken hast, die du schnell festhalten möchtest. Manche Menschen finden es auch weniger anstrengend und ermüdend als Handschrift.
Den inneren Kritiker überwinden
Das Wichtigste beim Freewriting ist, den inneren Kritiker zu überwinden. Schreib einfach drauf los, ohne nachzudenken. Lass die Worte fließen und halte nicht inne, um zu korrigieren oder zu bewerten. Anfangs mag es ungewohnt sein, aber mit der Zeit wirst du feststellen, wie befreiend und aufschlussreich dieser Prozess sein kann.
Tipps für den Start
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Verpflichtung: Nimm dir vor, das Freewriting mindestens einen Monat lang jeden Tag zu schreiben. Es wird vielleicht ein paar Tage dauern, bis sich eine Routine etabliert und du die ersten positiven Effekte spürst.
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Ort und Materialien: Suche dir einen ruhigen und angenehmen Ort, an dem du ungestört schreiben kannst. Nutze ein Notizbuch und einen Stift, die dir gefallen – dies kann das Ritual angenehmer machen. Ein kleines A5-Heft z.B. ist leicht überall mit hinzunehmen. Auch das Schreiben in Cafés oder in der Natur kann durchaus inspirierend sein.
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Geduld: Sei geduldig mit dir selbst. An manchen Tagen wird dir das Schreiben leichtfallen, an anderen schwer. Erlaube dir, alles zu Papier zu bringen, was gerade in dir vorgeht, ohne Bewertung oder Korrektur.
Selbstreflexion durch Freewriting kann dir helfen, Klarheit zu gewinnen, emotionale Blockaden zu lösen und neue kreative Wege zu entdecken. Probier es aus und lass dich von der Magie des Schreibens verzaubern.
Also, schnapp dir einen Stift und ein Blatt Papier oder setz dich an die Tastatur – mach den ersten Schritt in Richtung Selbstreflexion. Jeden Tag ein kleines bisschen. Erlebe, wie sich dein innerer Kompass mehr und mehr offenbart, so dass du das Steuer souverän übernehmen kannst. Hier kannst du dir auch die kostenlose Anleitung von MindXNG zum Freewriting herunterladen.
Los geht’s! Welche Gedanken möchtest du heute auf Papier bringen?
Weitere Methoden der Selbstreflexion
Neben Freewriting gibt es noch viele andere wertvolle Methoden zur Selbstreflexion:
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Tagebuchführen: Regelmäßiges Schreiben hilft, Gedanken und Gefühle zu ordnen. Ich selbst nutze eine persönliche Art des Tagebuch-Schreibens, über die ich demnächst berichten werde. Dranbleiben lohnt sich!
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Meditation und Achtsamkeit: Hilft, im Moment präsent zu sein und inneres Bewusstsein zu entwickeln. Check-out meine Blogposts zum Thema Meditation.
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Selbstreflexionsfragen: Stell’ dir spezifische Fragen wie "Was habe ich heute gelernt?" oder "Wie habe ich mich in dieser Situation gefühlt?". Auch zu meinen Favoriten der Reflexionsfragen wird es bald weitere Infos geben. Stay tuned!
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Mind-Mapping: Visualisiere deine Gedanken und Gefühle durch Diagramme oder Karten. Auch wenn ich selbst Fan von kreativen Zeichnungen bin, die vielen hilfreichen Apps heutzutage sind schon verlockend. Eine Anleitung für dein ganz persönliches Mind & Emotion-Mapping folgt.
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Feedback einholen: Bitte Freunde, Familie oder Kollegen um ehrliches Feedback.
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Spaziergänge in der Natur: Zeit in der Natur kann Klarheit schaffen und das Nachdenken fördern.
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Analyse vergangener Erfolge und Misserfolge: Reflektiere über vergangene Ereignisse und was du daraus gelernt hast.
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Kreative Methoden: Malen, Zeichnen oder andere kreative Ausdrucksformen können helfen, innere Gedanken und Gefühle zu erkunden. Auch eine meiner persönlichen Favoriten. Wusstest du, dass ich mal eine Zeitlang als Künstlerin tätig war? Hättest du das gedacht? Weitere Infos über mich findest du hier und hier.
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Geführte Selbstreflexions-Workshops: Teilnahme an Workshops, die von Coaches oder Therapeut*innen geleitet werden, kann tiefere Einblicke bieten. Melde dich gerne bei mir, dann kommst du auf die Warteliste.
Bleib’ gespannt! In einem zukünftigen Blogpost werde ich einige diese Methoden genauer unter die Lupe nehmen und dir noch mehr Tipps und Anleitungen zur effektiven Selbstreflexion geben.
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