Mentales Training gegen Stress: In der BANI-Welt innere Ruhe finden

Nov 05, 2024

 

War es bisher VUCA, was uns herausgefordert hat, hat uns nun die BANI-Welle erreicht. VUCA, BANI, hä?

Die Herausforderungen der Welt, in der wir leben, werden von Expert:innen versucht, in so genannten Modellen oder Begriffen zu erklären. Der Rechtsdruck ist immer stärker spürbar, der Welt stockt der Atem vor den Auseinandersetzungen, die durch den Klimawandel verstärkt werden, Donald Trump ist als ein verurteilter Verbrecher von der Mehrheit des amerikanischen Volkes gewählt worden, neue Technologien und KI erobern die Welt in rasanter Geschwindigkeit...

VUCA und BANI

Beide Begriffe sind Akronyme. Ein Akronym ist ein zusammengesetztes Wort, das aus den Anfangsbuchstaben von aneinander gereihten Worten gebildet wird.

Das VUCA-Modell

VUCA wurde in den späten 1980er Jahren entwickelt, um die komplexen und dynamischen Bedingungen der Nach-Kalten-Kriegs-Ära zu beschreiben. Ursprünglich stammt das Konzept aus dem Militär, speziell aus dem US Army War College, um das neue, unvorhersehbare geopolitische Umfeld nach dem Ende des Kalten Krieges zu charakterisieren. Seit den 2000er Jahren wurde VUCA zunehmend in Wirtschaft und Management übernommen, um die Herausforderungen einer globalisierten und digitalisierten Welt zu erklären.

VUCA setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben vier englischer Begriffe:

Volatility: Volatilität, Unbeständigkeit, Flüchtigkeit. Alles verändert sich. Immer schneller und in jede erdenkliche Richtung.

Uncertainty: Unsicherheit, Ungewissheit. Alles wird daher immer weniger vorhersehbar.

Complexity: Komplexität, Vielschichtigkeit. Die möglichen Ursachen und Wirkungen sind greifen wie Zahnräder ineinander und haben auch wechselseitige Beziehungen zueinander.

Ambiguity: Unklarheit, Mehrdeutigkeit. Die wechselseitigen Beziehungen zwischen Ursachen und Wirkungen sind unklar, welche die Deutung dieser nahezu unmöglich machen.

Das BANI-Modell

BANI ist ein neueres Konzept und kam in den letzten Jahren auf, als VUCA zunehmend als unzureichend betrachtet wurde, um die aktuelle Komplexität unserer Welt zu erfassen. BANI wurde insbesondere durch den Futuristen Jamais Cascio im Jahr 2020 populär gemacht, als die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen globalen Krisen deutlicher machten, dass VUCA einige der heutigen, tiefgreifenderen Herausforderungen nicht mehr vollständig abdeckte. BANI bringt emotionale und psychologische Dimensionen wie Angst und Unverständlichkeit stärker in den Vordergrund, die in unserer heutigen Welt eine größere Rolle spielen.

1. Brittle (zerbrechlich) – Strukturen und Systeme, die auf den ersten Blick stabil erscheinen, können bei Belastung plötzlich zusammenbrechen.

2. Anxious (ängstlich) – Die wachsende Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit führt zu Angst und Stress in der Gesellschaft.

3. Nonlinear (nicht linear) – Entwicklungen und Veränderungen verlaufen nicht mehr in einer vorhersehbaren, linearen Weise; kleine Ereignisse können große Auswirkungen haben.

4. Incomprehensible (unverständlich) – Die Welt ist zunehmend komplex und schwer zu verstehen, selbst für Expert*innen.

BANI ist eine Antwort auf die Limitierungen von VUCA, das ursprünglich für die Beschreibung militärischer und später auch wirtschaftlicher Unsicherheiten genutzt wurde. BANI geht jedoch tiefer auf die emotionalen und systemischen Herausforderungen unserer Zeit ein und beschreibt die Gefühlslage und Reaktionsmuster der Menschen noch präziser.

Kontrolle des Außen? Unmöglich. Dieser stetige Wandel ist für unser Gehirn und unseren Geist oft anstrengend und führt nicht selten zu emotionaler Belastung, Stress und Überforderung. Doch es gibt einen Weg, dem Sturm der Reize zu begegnen und sich innerlich zu stärken: Mentales Training gegen Stress.

Was bedeutet mentales Training gegen Stress?

Mentales Training ist eine Methode, um den Geist zu schulen und ihn besser auf schwierige Situationen vorzubereiten. Im Gegensatz zu körperlichem Training, das auf die Stärkung der Muskeln abzielt, geht es beim mentalen Training darum, den Geist zu stärken und ihn widerstandsfähiger gegen Stress zu machen. Durch gezielte Übungen, die Achtsamkeit, Konzentration und Gelassenheit fördern, können wir uns besser auf die Herausforderungen der BANI-Welt einstellen.

Mentales Training gegen Stress hilft dabei, den inneren Ruhepol zu finden, unsere Reaktionen zu kontrollieren und uns auf das Wesentliche zu fokussieren – Fähigkeiten, die uns gerade in unsicheren Zeiten zugutekommen.

Der BANI-Mind: Unser Geist im Kaleidoskop der Reize

Unser Geist ähnelt in der BANI-Welt oft einem sich ständig drehenden Kaleidoskop. Neue Reize, Eindrücke und Herausforderungen treffen unaufhörlich auf uns ein und lassen unsere Gedanken in alle Richtungen fließen. Dieses Gedankenkarussell kann überwältigend sein und führt häufig zu Stress, da unser Gehirn Schwierigkeiten hat, all die Informationen zu verarbeiten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Dieser Zustand, den man als BANI-Mind bezeichnen könnte, ist durch schnelle Wechsel zwischen Gedanken und Emotionen geprägt, die sich gegenseitig verstärken und den Geist noch mehr belasten. Mentales Training setzt hier an, indem es Techniken vermittelt, die den Geist zur Ruhe bringen und dabei helfen, Klarheit zu gewinnen.

Praktische Methoden für mentales Training gegen Stress

Es gibt verschiedene Techniken, die du nutzen kannst, um deinen Geist zu trainieren und Stress abzubauen. Folgende Einstellung kann dir dabei helfen: Du bist nicht deine Gedanken. Gedanken, die kommen, können auch wieder gehen. Dafür musst du sie loslassen. Halte nicht an ihnen fest. So kannst du das Loslassen üben:

1. Achtsamkeitsmeditation

- Achtsamkeit bedeutet, den Moment bewusst wahrzunehmen, ohne ihn zu bewerten. Durch Achtsamkeitsmeditation lernst du, deine Gedanken und Emotionen zu beobachten, ohne dich von ihnen mitreißen zu lassen.

- Setze dich in einer ruhigen Umgebung hin, schließe die Augen und richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem. Versuche, jeden Gedanken, der aufkommt, einfach zu beobachten, ohne ihn zu bewerten oder zu verändern. So entwickelst du die Fähigkeit, Abstand zu deinem Gedankenstrom zu gewinnen und ruhiger zu reagieren, wenn es hektisch wird.

2. Visualisierungstechniken

- Die Visualisierung ist eine einfache und wirkungsvolle Methode, um Stress abzubauen. Stelle dir einen Ort oder eine Situation vor, die dir Ruhe und Sicherheit gibt – ein Strand, ein Wald oder ein Raum, in dem du dich wohlfühlst.

- Während du dich auf diesen Ort konzentrierst, versuche, die Details möglichst lebendig zu gestalten. Diese mentale Übung hilft dir, dich vom Alltag zu lösen und innere Ruhe zu finden. Visualisierung kann besonders in stressigen Momenten schnell eingesetzt werden, um den Geist zu beruhigen.

3. Atemübungen

- Atemübungen sind eine der einfachsten und zugleich effektivsten Techniken für mentales Training gegen Stress. Der Atem ist direkt mit unserem Nervensystem verbunden und kann innerhalb weniger Minuten für Entspannung sorgen.

- Unser Atem ist stetig im Fluss, kommt und geht. Wenn du ihn beobachtest, übst du, dass das, was kommt, auch wieder geht.

- Eine einfache Übung: Atme tief durch die Nase ein und langsam durch den Mund aus, während du bis vier zählst. Spüre genau hin, wie der Atem an deiner Nasenspitze eintritt als kühler Luftstrom, den Körper mit Frische versorgt, und wie er dann, etwas wärmer jetzt, den Körper an der Nasenspitze wieder verlässt. Spüre auch genau die Zeiträume dazwischen. Wiederhole das für einige Minuten. Diese bewusste Atmung senkt die Herzfrequenz und hilft, den Geist zu klären.

Das Loslassen ist übrigens auch im Buddhismus bekannt unter dem Begriff des Nicht-Anhaftens. Weitere Infos dazu gibt es in Kürze. Bleib’ auf dem Laufenden mit dem Newsletter von Buddhas Pfad:

 

 

Die Samurai-Methode: Der Meditations-Dōjō

Die Samurai trainierten ihren Geist und Körper über Jahre hinweg, um Ruhe und Konzentration selbst in den schwierigsten Situationen zu bewahren. Inspiriert von dieser Disziplin kannst du dir die Meditation als eine Art Dōjō für deinen Geist vorstellen – einen Raum, in dem du regelmäßig übst, dein Denken und Fühlen bewusst zu steuern.

Im Meditations-Dōjō sitzt du ruhig und beobachtest deine Gedanken, ohne dich von ihnen mitreißen zu lassen. Diese regelmäßige Praxis stärkt deine mentale Resilienz und macht es dir leichter, in stressigen Situationen Ruhe zu bewahren. Es ist ein Prozess, der Geduld und Ausdauer erfordert, aber langfristig zu mehr Gelassenheit und innerer Stärke führt.

Der innere Kompass: Wie mentales Training uns durch die BANI-Welt navigiert

Durch mentales Training entwickeln wir einen inneren Kompass, der uns hilft, unseren eigenen Weg zu finden, auch wenn die Welt um uns herum turbulent ist. Meditation, Achtsamkeit und Atemtechniken ermöglichen es uns, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren und Entscheidungen aus einer ruhigen, klaren Perspektive zu treffen.

Ob im Beruf, in persönlichen Beziehungen oder in hektischen Alltagssituationen – der innere Kompass, den wir durch mentales Training entwickeln, gibt uns die nötige Orientierung und Gelassenheit. So können wir auch in einer BANI-Welt mit mehr Zuversicht und Klarheit unseren Weg gehen.

Wie du mentales Training in deinen Alltag integrieren kannst

Es braucht keine großen Veränderungen, um mentales Training in den Alltag zu integrieren. Hier sind einige einfache Tipps:

- Beginne klein: Starte mit 5-10 Minuten Achtsamkeit oder Atemübungen am Tag. Diese kurzen Einheiten machen es dir leichter, eine Routine aufzubauen.

- Nutze Übergänge im Alltag: Pausen oder Wartezeiten eignen sich hervorragend, um eine kurze Atemübung oder Visualisierung durchzuführen. Diese Mini-Übungen helfen, den Geist zu entspannen und Stress abzubauen.

- Sei geduldig: Mentales Training ist eine langfristige Praxis. Gib dir selbst die Zeit, Fortschritte zu machen und sieh es als Prozess an, der dich Schritt für Schritt stärkt.

Fazit: Stress bewältigen und innere Balance finden

Die BANI-Welt wird uns weiterhin vor Herausforderungen stellen, doch mit mentalem Training können wir lernen, diesen Herausforderungen mit mehr Ruhe und Gelassenheit zu begegnen. Durch Achtsamkeit, Visualisierung und Atemtechniken trainieren wir unseren Geist, auf Stress anders zu reagieren und bewusster mit Veränderungen umzugehen.

Mentales Training ist ein wertvolles Werkzeug, das uns nicht nur im Alltag, sondern auch in unvorhersehbaren Momenten als innerer Anker dienen kann. Mit Geduld und Ausdauer kannst auch du deinen eigenen Weg finden und inmitten der Unsicherheit eine stabile, ruhige Basis schaffen.

 

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