Empathievermögen stärken: Empathie und Selbstfürsorge in Balance
Apr 08, 2024
Empathievermögen ist eine wertvolle Fähigkeit, die es uns ermöglicht, die Gefühle anderer zu verstehen und mitfühlen zu können. Es zählt außerdem zu den wichtigsten Kriterien für eine gelungene Kommunikation und emotionale Intelligenz.
Doch wie jede Medaille kann auch Empathie ihre Kehrseite haben.
In diesem Blogbeitrag möchte ich daher für beide Extreme Beispiele aufzeigen und gleichzeitig Lösungsansätze bieten. Denn nach meiner Auffassung ist ein ausbalanciertes Empathievermögen die Basis für effektive Kommunikation und eine harmonische Zusammenarbeit.
Sehr einfühlsame Menschen: Zu viel Empathie?
Keine Sorge, auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, kann es ein „zu wenig“ von anderen Fähigkeiten sein, die aber ebenfalls trainierbar sind. Also, los geht’s.
Emotionale Überlastung: Empathie in Balance bringen
Empathische Menschen sind oft besonders anfällig dafür, die Emotionen anderer stark aufzunehmen bzw. sich von ihnen zu sehr beeinflussen zu lassen. Dies kann zu einer Überlastung führen, insbesondere wenn die Grenzen zwischen den eigenen Gefühlen und denen anderer verschwimmen.
Lösung: Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass es nicht die Aufgabe eines empathischen Menschen ist, die emotionalen Lasten anderer zu tragen. Achtsames Grenzen setzen und sich regelmäßig Zeit für Selbstreflexion nehmen, können dabei helfen, Überlastung zu vermeiden.
Ein ausgewogenes Empathievermögen ist hier der Schlüssel.
Emotionale Erschöpfung: Selbstfürsorge bei hoher Empathie
Emotionale Erschöpfung ist eine weitere Stufe der Überlastung. Die ständige Auseinandersetzung mit den Gefühlen anderer kann sogar zu emotionaler Erschöpfung führen.
Empathische Menschen können sich ausgelaugt und leer fühlen, wenn sie sich zu sehr in die Emotionen anderer hineinversetzen.
Lösung: Selbstfürsorge ist entscheidend. Überaus empathische Menschen sollten lernen, sich regelmäßig Pausen zu gönnen und ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Das kann bedeuten, sich bewusst von belastenden Situationen zurückzuziehen und sich Zeit für Ruhe und Erholung zu nehmen.
Langfristig hilft hier ein Training zu mehr Selbsterkenntnis, z.B. durch Meditationstechniken und das Führen eines Meditationstagebuchs. Dies kann helfen, sich selbst und Emotionen, die bestimmte Reaktionen auslösen, besser zu verstehen.
Überidentifikation: Grenzen setzen bei hoher Empathie
Empathische Menschen neigen dazu, sich stark mit den Gefühlen anderer zu identifizieren. Dies kann dazu führen, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen und sich zu sehr in die Probleme anderer hineinziehen lassen.
Lösung: Selbstreflexion ist hier der Schlüssel. Besonders empathische Menschen sollten sich bewusst machen, dass sie nicht die Verantwortung für die Gefühle anderer tragen und dass es wichtig ist, auch und ganz besonders auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten.
Durch regelmäßige Selbstreflexion, z.B. tägliches Journaling, können sie erkennen, wann sie sich zu sehr in die Emotionen anderer vertieft haben und eine gesunde Balance finden.
Ein ausbalanciertes Empathievermögen ist zweifellos eine wertvolle Eigenschaft, aber wie bei allem im Leben ist ein gesundes Gleichgewicht entscheidend.
Indem wir die dunklen Seiten der Empathie erkennen und aktiv Maßnahmen ergreifen, um damit umzugehen, können wir sicherstellen, dass wir unsere empathischen Fähigkeiten auf eine positive und gesunde Weise nutzen.
Zu wenig Empathie?
Auch hier gilt: die Mischung macht’s. Wenn du dich eher in diese Kategorie einordnest, hast du von Haus aus (also durch Erziehung und/oder Umwelteinflüsse) andere Werte. Warum solltest du dir also die Mühe machen, Empathie zu trainieren, wenn es so viele potenzielle Schattenseiten gibt?
Ja, Empathie kann ihre Herausforderungen mit sich bringen, aber die potenziellen Vorteile überwiegen bei weitem.
Durch das Training von mehr Empathie können wir nicht nur unsere zwischenmenschlichen Beziehungen verbessern und Konflikte konstruktiver lösen, sondern auch aktiv zu einem positiven sozialen Wandel beitragen und uns persönlich weiterentwickeln.
Meinen ausführlichen Blogpost dazu findest du hier. Es lohnt sich also, die Mühe zu investieren, Empathie zu trainieren und ihre transformative Kraft zu entfalten.
Wie du ein ausbalanciertes Empathievermögen trainieren kannst
Hier kommen zwei Übungen für dich im Alltag, die du sofort umsetzen kannst.
1. Aktives Zuhören: Konzentriere dich darauf, wirklich zuzuhören und die Perspektive des anderen zu verstehen, ohne dabei zu urteilen oder zu unterbrechen. Übe dich in Geduld, die andere Person wirklich ausreden zu lassen und dabei zu versuchen, das Gesagte zu verstehen.
Du benötigst dafür den Fokus der 100prozentigen Aufmerksamkeit. Reflektiere danach, wie sehr du dich eingefühlt hast. Es ist ratsam, mit leichten, unkomplizierten Gesprächen zu beginnen.
2. Perspektivübernahme: Stelle dir vor, wie es wäre, in den Schuhen einer anderen Person zu stehen, um ihre Gefühle und Gedanken besser nachvollziehen zu können.
Hier brauchst du ebenfalls Aufmerksamkeit, um dich nicht zu sehr mit den Bedürfnissen der anderen Person zu identifizieren. Bei MindXNG üben wir dazu unter anderem Meditationen zur Objektivität.
Fazit
Was beim Empathievermögen zählt, ist die Balance. Es nützt gar nichts, wenn du als empathischer Mensch in die Überlastung oder Überidentifikation rutschst. Daher ist wahres Empathievermögen eine Balance aus Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Selbstfürsorge.
Ein solches Training erfordert Zeit, da die Erfolge nicht von heute auf morgen sichtbar werden. Bei Buddhas Pfad gibt es dazu mehrere Möglichkeiten. Aufmerksamkeit und Achtsamkeit werden mit kontemplativen Techniken, das heißt, mit Meditation, trainiert.
Hierfür sind einige Meditationstechniken besonders sinnvoll, wie z.B. die Atemmeditation, der Bodyscan, aber auch die Gehmeditation.
Nimm dir Zeit für ausreichend Selbstreflexion, um über deine eigenen Gefühle und Reaktionen nachzudenken und zu verstehen, wie sie sich auf deine Empathie auswirken können.
Hier hilft, wenn du schon Meditation praktizierst, ein Meditationstagebuch. Alternativ kannst du mit dem Journaling beginnen. Ein Artikel zu diesem Thema ist in Planung.
Du siehst also: durch regelmäßige Übung und bewusste Anstrengungen kannst du ein ausbalanciertes Empathievermögen trainieren. Mit Buddhas Pfad bekommst du dazu Unterstützung von einer Expertin.
Oder du wirst gleich Mitglied der Online-Community von BuddhasPfad.
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